29 July 2020 · Medienmitteilung

Offener Brief an Ministerpräsident Kretschmann:

Genom Editierung für die hiesige Landwirtschaft erforschen

Nachdem das durch das baden-württembergische Ministerium unter Leitung von Ministerin Theresia Bauer ausgeschriebene “Forschungsprogramm Genome Editing – mit Biotechnologie zu einer nachhaltigen Landwirtschaft“ aufgrund politischer Erwägungen auf Eis gelegt wurde, bitten mehrere Professorinnen und Professoren baden-württembergischer Universitäten und Max-Planck-Institute ihren Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, die Ausschreibung dieses für unser Aller Zukunft so wichtigen Forschungsfeldes zu erneuern. Wie sie in ihrem offenen Brief betonen, kann das Projekt die notwendigen Fakten liefern, um die Chancen und Risiken der Genom Editierung (auch New Breeding Technologies, NBTs, genannt) ergebnisoffen und mit evidenzbasierten Kriterien zu bewerten und über deren zukünftige Nutzung sowie Regulierung zu entscheiden. Die gesellschaftliche Diskussion um die Grüne Gentechnik und den Einsatz moderner Pflanzenzuchttechniken wird oft emotional geführt, wobei klassische und ökologische Landwirtschaft als Gegensätze dargestellt werden. Diese Gegenüberstellung ignoriert jedoch jüngste Forschungsergebnisse, welche die Vorteile des Genome Editing mit ökologischen Prinzipien verknüpfen, wie beispielsweise bei Reis. Genome Editing kann hier einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Landwirtschaft sowie zur Ernährungssicherung leisten. Bisherige Züchtungstechniken brauchen viel Zeit, die uns angesichts des Klimawandels fehlt. Daher ist es jetzt notwendig, alle zur Verfügung stehenden Ansätze zu erforschen, um klima- und schädlingsresistente Sorten zu entwickeln. Die unterzeichnenden Professorinnen und Professoren bieten für die anstehenden Diskussionen gerne ihren Sachverstand an. Der Brief wurde unterzeichnet von Karl Schmid (Universität Hohenheim), Arnd G. Heyer (Universität Stuttgart), Holger Puchta (KIT Karlsruhe), Ralf Reski (Universität Freiburg), Patrick Schäfer (Universität Ulm), Karin Schumacher (Universität Heidelberg), Marja Timmermans (Universität Tübingen), Mark van Kleunen (Universität Konstanz) und Detlef Weigel (MPI Tübingen).

Lesen Sie den ganzen Brief (Uni Hohenheim, pdf) und die Pressemitteilung der Universität Hohenheim

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