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This page contains selected news from the lab, popular science articles, media releases as well as a list of the most recent additions, changes on our website and in the ReskiLab. Please also look at our publications and patents.

25 March 2021 · In den Medien

Wie Arzneimittel in Moosen hergestellt werden können

Professor Ralf Reski vor den Bioreaktoren, in denen die Moose im Labor kultiviert werden. Foto: mit freundlicher Genehmigung der Biocom AG

Die meisten biomedizinischen Arzneimittel werden in tierischen Zellen hergestellt. Das klappte jedoch nicht mit dem Komplementfaktor H, einem komplexen Protein des menschlichen Immunsystems. Nun gelang es dem Team des Pflanzenbiotechnologen Professor Ralf Reski das Protein mit voller biologischer Wirkung von Moos-Zellen herstellen zu lassen. Welche Voraussetzungen und Vorteile die Moos-basierte Herstellungsweise gegenüber anderen hat, schildert Reski im 16minütigen „ÄrzteTag“-Podcast mit Redakteur Dr. Michael Hubert: Im Moos Physcomitrella patens lassen sich einzelne Gene leicht ausschalten und andere einfügen. So gelang die korrekte Faltung des Moos-produzierten Komplementfaktors sowie ein gleichförmiges Anhängen der komplexen Zuckerstrukturen an das Protein. Außerdem geben die eingesetzten Moose Faktor H auch ins Medium ab, was dessen Aufreinigung erleichtert. Die von Moosen hergestellten Proteine wirken manchmal sogar besser als ihr Pendant aus tierischen Zellen. „Es handelt sich dann nicht um sogenannte Biosimilars, sondern um Biobetters“, sagt der Moos-Experte. Nun wird das Verfahren für Komplementfaktor H noch optimiert und präklinisch getestet, damit der Wirkstoff in Zukunft gegen bestimmte Nierenerkrankungen, altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) oder als Mittel gegen den Cytokinin-Sturm bei viralen Erkrankungen eingesetzt werden kann.

Quelle: Ärzte-Zeitung

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01 February 2021 · In den Medien

Der Moosmodellierer

Drei Portraits stellen die Forschung des Biotechnologen Ralf Reski vor in der Reihe "Biopioniere - kluge Köpfe und ihre Innovationen". Foto mit freundlicher Genehmigung der Biocom AG.

Vor vielen Jahren begann Ralf Reski Moose genetisch so zu programmieren, dass sie menschliche Eiweiße herstellen. Um die seinerzeit noch "spinnerte Idee" umzusetzen, war zunächst viel Grundlagenforschung nötig: Reski musste herausfinden, wie genetische Veränderungen in Moosen möglich werden. Das zuerst genutzte Moos, das kleine Blasenmützenmoos Physcomitrella, avancierte inzwischen weltweit zur Modell-Pflanze. Außerdem entwickelte der Leiter des Lehrstuhls für Pflanzenbiotechnologie an der Universität Freiburg Bioreaktoren, in denen die Protonema genannten Vorkeime der Moose gut gedeihen. Parallel wurde Reski 1999 Unternehmensgründer der Firma Greenovation, die heute Eleva heißt. Deren erster in Moosen produzierte Wirkstoff ist die α-Galaktosidase, die Menschen mit Morbus Fabry helfen kann. Ein weiterer Kandidat ist der humane Komplementfaktor H, der zukünftig bei der Immunantwort helfen könnte, z.B. bei COVID-19. In Moosen hergestellte Wirkstoffe sind - was Reinheit und Qualität angeht - aus Reskis Sicht oft besser als in tierischen Zellen produzierte, also echte „Biobetters“. Das Video bei YouTube, der Podcast beim BMBF-geförderten Portal Bioökonomie.de und das zusammenfassende Bild-Text-Portrait bei Bioökonomie veranschaulichen außerdem weitere Forschungsfelder: Etwa das vom BMEL-geförderte Projekt MOOSZucht, nachdem es Reskis Team gelang, Shagnum-Arten in Bioreaktoren zu vermehren, um eines Tages Torfersatz für Gemüseanbau und Gärtner zu produzieren. Oliver Päßler und Robert Quante von der Biocom AG haben die Portraits erstellt und dafür die Bezeichnung „Der Moosmodellierer“ erfunden. Die Portraits erschienen in der Reihe „Die Biopioniere“, die Vorreiter eines biobasierten und nachhaltigen Wirtschaftens vorstellt.

Zum 7-Minuten YouTube Video

Zum 30-Minuten Podcast bei Bioökonomie.de

Zum zusammenfassenden Text-Bild-Portrait bei Bioökonomie.de

Quelle: Bioökonomie.de

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25 January 2021 · Basic research · Media Release

Anti-freeze for cell membranes

Mosses and flowering plants have evolved the same regulation of sphingolipid modification in a different way. Scientists now show the convergent evolutionary origins. Graphics: Jan de Vries

A defence mechanism hitherto only known from flowering plants now has been described in a moss by scientists for the first time. This similar mechanism hinges to different genetic regulations in the moss Physcomitrella and the flowering plant Arabidopsis - two plants separated by 500 million years of evolution. The team around Professor Ralf Reski at the Cluster of Excellence Centre for Integrative Biological Signalling Studies (CIBSS) at the University of Freiburg, Germany, and Professor Ivo Feussner at the Center for Molecular Biosciences (GZMB) at the University of Göttingen, Germany, show that this mechanism is regulated by different genes. In Nature Plants they show, that the genes involved adjust the saturation of sphingolipids, that not only influence the fluidity of the cell membranes, necessary to function also at lower temperatures, but also protect them from pathogens like oomycetes. The results are "an impressive example of convergence in plant evolution at the molecular level", Feussner summarises the findings. And Reski adds: “that the newly discovered regulator also functions in flowering plants opens up completely new possibilities in synthetic biology.”

Source: University of Freiburg press release

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25 January 2021 · Grundlagenforschung · Medienmitteilung

Kälteschutz für Zellmembranen

Moose und Blütenpflanzen haben unabhängig voneinander die Regulation von Sphingolipiden entwickelt, die sie vor Kälte und Krankheitserregern schützen. Forschende belegen nun einen konvergenten evolutionären Ursprung. Grafik: Jan de Vries

Ein bislang nur in Blütenpflanzen bekannter Schutzmechanismus hat ein Forschungsteam erstmals in einem Moos nachgewiesen. Dieser beruht auf verschiedenen genetischen Grundlagen in dem Moos Physcomitrella und in der Blütenpflanze Arabidopsis, also in zwei Pflanzen, deren Entwicklung 500 Millionen Jahre Evolution trennt. Wie das Team um die Pflanzenbiologen Prof. Dr. Ralf Reski am Exzellenzcluster Zentrum für Integrative Biologische Signalstudien (CIBSS) der Universität Freiburg und Prof. Dr. Ivo Feussner am Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (GZMB) der Universität Göttingen zeigen, liegen dem gleichartigen Mechanismus jedoch unterschiedliche Gene zugrunde. Im Fachjournal Nature Plants zeigen sie, wie verschiedene Gene der so unterschiedlichen Pflanzen den Sättigungsgrad in Sphingolipiden justieren, die nicht nur die äußere Membran der Zellen auch bei Kälte ausreichend geschmeidig halten, sondern die Pflanzen auch vor Krankheitserregern wie etwa Oomyceten schützen. Die Ergebnisse sind "ein beeindruckendes Beispiel von Konvergenz in der Pflanzenevolution auf molekularer Ebene“, resümiert Feussner. Und Reski ergänzt: "Dass der neu entdeckte Moos-Regulator auch in der Blütenpflanze funktioniert, eröffnet ganz neue Möglichkeiten der synthetischen Biologie.“

Quelle: Pressemitteilung der Universität Freiburg

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22 January 2021 · In den Medien

Neue Arzneien aus Pflanzen: Zukunft des Molecular Farming in Deutschland

Ralf Reski war einer der vier Teilnehmenden im virtuellen Expertengespräch. Wissenschaftsjournalistin Tamara Worzewski fasst die wichtigsten Statements zusammen. Mit freundlicher Genehmigung von Worzewski von Die Blattmacher

Über den Stand der Forschung, die Vorteile, Erfolge und Herausforderungen der biotechnologischen Herstellung wirksamer Medikamente berichtet ein neues 11-Minuten-Video. Es fasst zusammen, was die geladenen Experten in einem zweistündigen Live-Event während der Berliner Science Week diskutierten. Schon heute werden viele Medikamente in Zelllinien hergestellt, die sich nicht mit anderen industriellen Verfahren herstellen lassen. In Tabak-Pflanzen etwa ZMapp, das gegen Ebola-Viren eingesetzt wird, sowie der Grippeimpfstoff Influenza VLPs, in Gerstenpflanzen der kosmetische Wachstumsfaktor huEGF und in Karottenzellen das Enzym Glucocerebrosidase. Aber woran liegt es, dass nicht schon wesentlich mehr Medikamente in Pflanzen hergestellt werden? Zumal Pflanzen komplexere Moleküle bauen können als Mikroben, sich einfacher kultivieren lassen als Tierzellen und zudem frei von tierischen Krankheitserregern sind, was deren Bio-Sicherheit erhöht. Als einer der vier geladenen Experten führt der Biotechnologe Ralf Reski dies auf die andere Kultur universitärer Unternehmensausgründungen in Deutschland gegenüber etwa den USA zurück. Die von ihm 1999 gegründete Firma Greenovation, jetzt Eleva, bekam 2015 die Zulassung für in Moos produzierte alpha-Galaktosidase, ein Enzym für die Ersatztherapie bei Menschen mit der Stoffwechselkrankheit Morbus Fabry. Wie sie herausfanden, half das in Moosen hergestellte Enzym sogar besser, als in tierischen Zellen hergestellte alpha-Galaktosidase. Für die Zukunft setzt Reski weiterhin auf Wirkstoffe, die sich in Pflanzen besser herstellen lassen als in Mikroben oder tierischen Zelllinien, wie er bereits 2015 anregte.

Quelle: Erklär-Video der Journalistin Tamara Worzewski

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